Koma, Kinder, Kamika(t)ze

•Mittwoch, 1. Juli 2009 • 4 Kommentare

2:15 Besuch verlässt das Haus.
2:45 Beschließe, genug über den Besuch nachgedacht zu haben und gege ins Bett.
3:15 Stelle fest, immer noch über Besuch nachzudenken und beginne zu lesen.
4:00 Habe genug gelesen und will schlafen
4:30 Fremder Kater und meiner fauchen sich an. Fremder Kater latscht auf meinem Bett rum, als wäre das sein gutes Recht. Erster Rausschmiss fremder Kater.
4:50 Zweiter Raussschmiss fremder Kater.
Falle ins Koma
6:00 Wecker von erstem Kind, das beim Vater übernachtet klingelt. Beschließe Kind in e-bay einzustellen.
6:30 Wecker von zweitem Kind – ebenfalls beim Vater – klingelt.
Beschließe Kinder im Doppelpack zum selben Preis einzustellen
7:45 Kind zwei hat Fahrrad abgeholt und festgestellt, dass der Schlüssel bei mir ist. Öffne im Wachkoma die Tür, bekomme nicht mehr mit, wie Kind geht. Werde nachschauen, ob es bei e-bay eine Rubrik “zu verschenken” gibt.
8:15 Freund von Kind eins klingelt und will mit Ihm gemeinsam zur Schule gehen. Beschließe Freund als kleine Überraschung mit ins Paket zu stecken. und das Porto selbst zu übernehmen.

Wein, Wärme und Gesang

•Sonntag, 28. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Chorfestival bei den heutigen Temperaturen im großen Festzelt. Mein Beinchen hat erstaunlich gut mitgemacht, mein Kreislauf fand es unerbaulich.
Matthias Münch sagte gutgelaunt einen Chor nach dem anderen an. Das war kein leicht verdientes Geld, finde ich.
Irgendwo zwischen einem Männerchor aus Südtirol mit der Montanara und einem Frauenchor (Vogelhochzeit, ALLE Strophen!) wir. Völlig aus dem Rahmen fallend mit unserem Repertoire. Grau-en-haft, bis auf den Käsekuchen.
Wir haben gar nicht so viel gelästert. Haben uns nur hilflos lächelnd angeguckt und waren froh, als es vorbei war.

Danach lauer Abend auf Nachbars Terrasse, dazu ein Wein, den ich nur gekauft habe, weil mir die Flaschen so gut gefallen haben. Den Wein hätte ich notfalls auch verkocht oder weggekippt. Penny, 1,79Euro. War erstaunlich trinkbar. Vin der Pais in rot. Leicht und süffig, ganz leicht angekühlt. Schade, dass ich morgen wieder arbeiten gehe. Hätte noch ewig da sitzen können.

Muss dringend im Lotto gewinnen!

Warum?

•Samstag, 27. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Warum wird Stephenie Meyers mit diesen megaflachen Vampirdingern bekannt und jede(r) liest den Schrott. Über ihren Roman “The Host”, eine Sci-Fi Geschichte, die einen wirklich packt, verliert fast niemand ein Wort. Hab ich so einen kruden Geschmack???

Tststs

•Donnerstag, 25. Juni 2009 • 2 Kommentare

Ich weiß nicht, ob es meine geschickt gewählten Schlagworte sind oder die Möglichkeit, dass ich mich vielleicht doch öffentlich von meinem Blinddarm trenne. Die Besucherzahlen steigen weiter.
Ich muss euch enttäuschen. Ich habe weder mein Skalpell gefunden, noch habe ich mich mit den Stricknadeln erdolcht. Die Maschenprobe sieht recht hübsch aus. Ich fürchte aber, ich muss eine Differenzialgleichung dritten Grades aufstellen, um Socken in meiner Größe zu produzieren. Ich frage mich, wie Frauen behaupten können, Mathe sei nichts für sie und trotzdem Kleidungsstücke stricken, die passen. Oder entscheidet Ihr immer erst hinterher, wem das passen soll? Gebt’s zu Ladies, da ist doch ein Trick bei!
Also, was Schlimmeres als Mückenstiche habe ich nicht im Angebot. Ich hinke schon recht elegant und wenn die Schiene am Knochen drückt, ist definitv die Schwellung zurück gegangen. So und jetzt frisch an die Schlagworte…

Apropos Frau Jette!

•Mittwoch, 24. Juni 2009 • 2 Kommentare

Da hatte ich doch bei den Axtmördern was versprochen.
Und überhaupt, weil hier jetzt auch vermehrt Biolaboranten mitlesen ;)

Statistik

•Mittwoch, 24. Juni 2009 • 2 Kommentare

Heute fragte der ebenfalls außenbandgehandycappte Nachbar, wieviele Leute mein Blog denn so täglich lesen. Da ich mich dafür nicht wirklich interessiere, musste ich schätzen (ich hoffe, er dreht jetzt nicht durch wegen dieser gewaltigen Popularität). Als ich dann eben mal nachguckte, ob ich denn sehr daneben liege, habe ich etwas Grausiges entdeckt: Wann immer ich über Krankheiten berichte, gehen die Besucherzahlen nach oben.
Pfui, blutrünstiges Gesindel miteinander!!!
Die Versuchung ist natürlich groß, sich sofort alles Entbehrliche herausoperieren zu lassen und life zu berichten. Mandeln, Blinddarm, Vorderhirn hätte ich noch.
Oder nehme ich mal in Großaufnahme auf, wie ich mir die Heparinspritze in meinen Bauchspeck pieke? Meine kleinen Monsterkinder fanden das jedenfalls so spannend, dass sie mir vor Begeisterung fast in den Bauchnabel gesabbert haben.

Wie sieht’s aus Leute, gehen Haarschuppen auch? Oder eingewachsene Zehennägel? Oder reicht schon eine misslungene Erdbeersahnetorte?

Ätsch, es gibt keine misslungenen Erdbeersahnetorten. Im Zweifelsfall rührt man kräftig um und nennt es Trifle.

Ich hab’s! Ich habe mir aus Langeweile dieses Heftchen zum Sockenstricken besorgt und Wolle. Wenn ich die Ergebnisse ablichte, dürfte das sogar Frau Jette begeistern

Meinen Bauchspeck kriegt Ihr jedenfalls nicht zu sehen.

Ein Fuß, ein Fuß!!!

•Mittwoch, 24. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Als ich gestern morgen die Kühlung und die elastische Binde zwecks Besichtigung abwickelte, schwärmte mein Sohn: Oh, guck mal, die Farben.

Ja doch, ich muss sagen, mit lila und türkis liege ich ziemlich im Trend. Sobald die Kindelein gen Schule entschwunden waren, richtete ich mich auf der Couch ein und begann mit dem Power-Schoning. Zum Glück empfange ich seit Neuestem solche Sender wie Br-alpha. Ich, als alte Fernseh-Sodomistin, guckte also alles mit Tieren und was es sonst so an Naturkundlichem gab. Besonders ein Bericht über die Jaintia in Indien hat es mir absolut angetan.

Abends wurde dann die Langeweile zu groß. Ich fuhr gen Drogerie Müller und kaufte ein Büchlein zum Thema Sockenstricken, Wolle und ein Nadelspiel. Danach war ich so fix und fertig, dass an Stricken nicht mehr zu denken war. Ein paar Meter Herumgekrücke und mir läuft der Schweiß in Strömen und ich sehe wieder dieselben Sternelein, die den Sturz am Sonntag eingeleitet haben. Also: Back to the roots – ähm – the Couch!

Heute morgen dann eine freudige Überraschung: Der seltsame Klumpen am unteren Ende meines rechten Beines ist wirklich und wahrhaftig ein Fuß. Also zumindest so was ähnliches. Ich habe auf beiden Seiten sowas wie einen Knöchel entdecken können. Die farbliche Gestaltung ist nach wie vor – naja – interessant.

Aber ich weiß jetzt, wie die Gerüchte um den Teufel und seinen Pferdefuß aufgekommen sind. Satan, die arme Wutz, hatte einen Bänderriss!!! Naja, der ist ja schließlich auch tief gestürzt. Da kann noch nicht mal ich mithalten.

Und jetzt kommt der Hammer

•Montag, 22. Juni 2009 • 1 Kommentar

Ihr findet, mein Besuch beim Orthopäden war lustig?

Das Beste kommt noch. Den Mitkletterern von gestern hatte ich bisher nicht viel von meiner Bänderdehnung oder Zerrung erzählt. Ich möchte ja nicht, dass Bouldern in den Verdacht gerät, gefährlich zu sein. Der sportlichste Mitstreiter von gestern, der auch Marathon läuft und allen Judoka in der Gegend ein Begriff ist, hat heute bei der Gartenarbeit auf eine lose Platte getreten und hat einen wahren Elefantenknöchel rechts außen. Sieht irgendwie meiner Haxe sehr ähnlich, nur meine ist einen Hauch besser rasiert. Sein Orthopädenfreund hat per Telefondiagnose einen Bänderriss befunden und läd für morgen zum Röntgen ein. (Auch der leidtragende Nachbar liest übrigens gerne)

Da lungerten wir nun mit hochgelegten Füßchen auf dem Sofa, ließen uns Sekt mit Erdbeeren zur Erst-, Zweit-, Drittversorgung reichen. Voltaren sollen wir nehmen. Innerlich. Hab ich noch, sage ich. Oh prima, sagt der Nachbar. Sind aber Zäpfchen, meine ich. Ach, tut gar nicht mehr so weh, meint der Nachbar und die Kindelein kichern. Wir finden es erstaunlich, dass wir uns innerhalb von 24 Stunden fast dieselbe Verletzung zugezogen haben. Nur brauche ich dafür ein paar Meter und er ein paar Zentimeter. Naja, ganz dasselbe ist es ja nicht. Meins ist eher eine Dehnung. Und sein Knöchel – wenn der mal nicht gebrochen ist…

Rätsel, die vermutlich nie gelöst werden

•Montag, 22. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Das ist ein Bruch, oder wenigstens ein Haarriss im Sprunggelenk, sagt der kleine gut gefütterte griechische Assistenzarzt beim Beäugen meines Knöchels. Quatsch, sage ich, das ist ne Zerrung, oder vielleicht eine Bänderdehnung, mehr nicht, sage ich. Weil ich nämlich überbeweglich bin und mehr nicht bei mir passiert. Gucken Sie mal, sage ich und biege meinen Daumen bis an den Unterarm. Der kleine Grieche – richtig, bei Harald Schmidt habe ich de schon mal gesehen – ist unbeeindruckt. Kann ich auch, sagt er und macht das Kunststück nach. Das ist schon ganz praktisch, denn, ich falle ja mit 130 Kilo. Ich tu mir auch nie was. Aber ich klettere auch nicht. Dann will er erst mal meinen gesunden Fuß sehen. Biegt dreht, macht beides gleichzeitig. Ja, das ist wirklich sehr beweglich, meint er dann  mit immerhin einem Hauch von Eindruck im Ausdruck.

Dann ziehe ich den rechten Socken aus und ein breites, fast zufriedenes Grinsen erhellt sein Gesicht.

Das da – er fasst meinen Knöchel nicht mal an – ist eine bitterböse Schwellung. Ich gucke und staune. Die Zeit in diversen Wartezimmern ohne Kühlung und Hochlagerung hat einen richtigen Elefantenfuß kreiert (schreibt man das so?) Gebrochen ist der. Gebrochen mit einem leicht rollenden r. Ach was, meine ich. Gebrrrrochen, doch, doch. Irgendwie hat der Grieche was von meinem Cousin, mit dem ich auf langen Autofahrten das lustige “Nein! Doch! Spiel ” auf der Rückbank gespielt habe, bis man richtig sehen konnte, wie meine Tante (seine Mutter) überlegte, uns auf irgend einer Raststätte in Frankreich zu vergessen. (Babyklappen und E-bay waren damals noch nicht populär!)

Bänderdehnung! murmele ich. Gebrochen! zischt er. Dann verschwindet er im anderen Sprechzimmer und ich im Röntgenbereich.

Mein Fuß wird in allen möglichen Richtungen gedreht und gewendet. Wahrscheinlich hat der Kerl der Röntgenassistentin gesagt, dass es nichts macht, wenn sie mir den Knöchel bricht.

Nach Ende der Aufnahmenserie frage ich mich, ob ich nun eine solche Strahlendosis abbekommen habe, dass ich meinen rechten Fuß in den nächsten Wochen als Leselampe nutzen kann. Hochlagern soll ich ihn sowieso und – erwähnte ich schon, dass ich überbeweglich bin?

Die Auswertung der Bilder dauert ewig. Wahrscheinlich sucht er verzweifelt nach irgendetwas, das man als Haarriss auslegen könnte. Dann kommt er ziemlich fröhlich ins Sprechzimmer. Na, Sie haben vielleicht ein paar Knochen, meint er. Mein Wadenbein ist im Bereich des Gelenkes wohl extrem dünn. Wusste ich es doch, irgendetwas fragil,-elfengleiches habe ich. Und wenn es nur mein Wadenbein am Knöchel ist.

Sowas könnte wirklich leicht brechen. Hellas scheint verwundert. Und nochmals blinzelt er aus nächster Nähe auf die Aufnahmen. Ätsch, denkt die Wadenbeinelfe. Nix!

Er holt den Cheffe. Der wirft einen Blick auf die Bilder, dann einen auf meinen äußerlich nicht ganz elfengleichen rechten Knöchel und zuckt die Schultern. Das ist die klassische Schwellung nach einer Bandruptur. Und sehen Sie, er schaut mich mitleidig an und sagt zu mir: das tut jetzt etwas weh und kippt den Fuß in alle möglichen Richtungen. Ich schaue interessiert zu. Fragender Blick. Tut nicht weh meine ich wahrheitsgetreu. Er rüttelt und schüttelt den Fuß in gefühlte 4 Dimensionen. Das ist ja total instabil.

Ha sagt der kleine Grieche. Das ist der Andere auch. Und er macht lustige Dinge mit dem gesunden Fuß. Cheffe stutzt, biegt den linken Fuß einwärts und zieht ihn nach oben und unten. Die junge Frau ist nämlich überbeweglich. Für diesen Satz in seiner Gesamtheit könnte ich glatt über den Faktor 2-3 in seinem BMI hinwegsehen.

Doch der durchaus schlanke Cheffe macht sich unbeliebt. Ja, und weil die junge Frau ihre Überbeweglichkeit sicher noch ein paar Jahre für sehr eigenartige Sportarten nutzen will, denke ich, wir sollten ihn sauber auskurieren, den BÄNDERRISS.

Jetzt zieht die Hierarchie unter Medizinern. Dyonisos steht stramm und leiert das volle Programm runter. Krücken, Schiene, Kühlen, Hochlagern, Heparinspritzen. Schwimmen im Urlaub? Lassen Sie lieber! Lassen Sie am besten den ganzen Urlaub bleiben, das lohnt eh nicht.

Ui, jetzt wird er gemein. Mein Urlaub lohnt sich immer, lächele ich und beschließe, den Bauchspeck unter der Bikinihose zuerst zu perforieren, denn Heparin macht scheußliche blaue Flecken.

Während ich zurück zum Auto krücke, halte ich nach dem schwarzen Lockenkopf Ausschau, denn ich würde ihm fast zutrauen, hinter einem parkenden Auto hervor zu springen, mir die Krücke wegzutreten und mit dem Schrei Gebrochen! die behaarte Faust gen Himmel zu recken.

Altes und Neues

•Montag, 22. Juni 2009 • 1 Kommentar

Dass ich manchmal massive Kreislaufstörungen habe ist ein alter Hut. In letzter Zeit war es allerdings besonders heftig.

Dass mir beim Bouldern in 5 Metern Höhe schwarz vor Augen wird, war mal was Neues, genau wie das trockene Knacken in meinem Knöchel beim Aufprall.

Drei Meter von mir entfernt saß ein Kletterer und guckte mich reichlich entsetzt an.

Ich sprach mein gutes altes Mantra “bei mir geht so schnell nichts kaputt, bin schließlich überbeweglich” und stellte fest, dass nichts wehtat. Ich wackelte mit dem Fuß – oben/unten – ok! rechts/links – auch ok – Kreisen – ok andersrum Kreisen – auch ok.

“Sach ich doch, bei mir passiert nix” sprach ich vergnügt und stapfte davon.

Eine halbe Stunde später zwickte der Fuß bei einer Drehbewegung nach innen unter Last. Autsch! Das war neu!

Beim Aussteigen aus dem Auto: großes Autsch! Laufen ging noch immer, aber Treppe runter in den Garten: gigantisch großes Autsch unter Einbeziehung himmlischer Chöre und eines farbenfrohen Sternenhimmels. Ei verbibbscht, bei mir passiert doch nie was. Ich bin doch überbeweglich.

Doch was Neues? Und mein Kreislauf ist immer noch sehr unkooperativ. Immerhin, das ist noch beim Alten.

Muäh!