Uiuiuiuiui!

•Samstag, 23. Januar 2010 • 3 Kommentare

Meine Nachbarn haben seit Weihnachten so eine Wii fit.

Ich brauch ja solche Zeittotschläger nicht, pft. Nun hab ich aber heute dem Nachbarn beim Hula-hoop-Reifen-Kreiseln zugeschaut. Ich hab dabei genau hinter ihm auf der Couch gesessen. Hihihi.

Dann hab ich mich auch probehalber draufgestellt und die Nachbarin bot mir an, mir auch einen User einzurichten und einen klitzekleinen Körpertest zu machen.  Und was hat dieses Ding gemacht, nachdem es mir mitteilte, dass mein Schwerpunkt nach rechts verschoben ist? Hm, was hat es gemacht? Es hat mich GEWOGEN. Drecksdings elendiges!

Das Ding dürfte nicht Wii fit heißen, sondern Wie fett. Ich wusste, dass meine eigene Waage recht gnädig ist. Ich wusste auch, dass ich momentan gut im Futter stehe. Aber so genau wollte ich es nun doch nicht wissen.

Also habe ich dem bösen Dings erzählt, ich würde in den nächsten 3 Monaten 7 Kilo abnehmen. (Dazu muss man wissen, dass ich seit letztem Sommer 13 Kilo zugenommen habe, nachdem ich von meinem Wohlfühlgewicht aus völlig unerklärlich 8 Kilo abgenommen hatte. Da sagte man mir mehrfach  unaufgefordert, dass ich zu dünn sei und krank wirke.

Mittlerweile finden insbesondere Männer, dass ich sehr gesund und haptisch recht ansprechend aussehe, aber mir passen nur noch 3 meiner Hosen und ich müsste demnächst auf D-Körbchen umsteigen, ohne zu stillen.

Hua, nein, da hört der Spaß sowas von auf! Ab jetzt werden die Hufe geschwungen. Schluss mit zweitägigen Leseorgien und dem entspannten Verhältnis zu zuckerhaltigen Limonaden.

Immerhin hat die “Wie fett” aus dem Testergebnis und meinem Geburtsdatum mein tatsächliches Alter errechnet. Ich hab mir sagen lassen, dass das viel schlimmer ausgehen kann…

Also ran an den Speck!

Maus im Haus

•Freitag, 22. Januar 2010 • 1 Kommentar

Neben einer nicht mehr ganz überschaubaren Anzahl Achatschnecken und dem Kater haben wir jetzt auch noch eine a Maus im Haus.

Am Mittwoch abend kam der Kater zum ersten Mal mit was im Maul nach Hause. – Etwa eine halbe Stunde nachdem ich meinem Vater versichert hatte, das dieser Kater keine Mäuse fängt. Das Etwas im Maul des Katers hatte allerdings einen langen dünnen Schwanz und sah einer Maus verblüffend ähnlich. Einer ziemlich lebendigen Maus übrigens. Mit der spielte er Mäuseweitwurf, Mäuseeishockey und Hau-die Maus. Da ich nicht wollte, dass der Kater die Maus in meinem Wohnzimmer zerlegt, ging ich in die Küche um eine Schüssel zu holen. (über die Maus stülpen und raussetzen) Und als ich wieder kam, schnupperte der Kater ratlos unter dem Esstisch herum und maunzte fragend. Von der Maus keine Spur. Ich maunzte auch fragend, lag platt auf dem Boden und schielte unter Schränke, rückte Regale ab und stocherte an allen möglichen und unmöglichen Stellen herum. Nüscht!

Tja, jetzt haben wir ein Haustier mehr. Vielleicht fängt der Kater es doch noch, vielleicht stirbt es auch irgendwo und dann muss ich eben immer der Nase nach. Ich hoffe bloß, das Tierchen sucht sich dafür nicht den Spalt hinter dem großen, schweren Wohnzimmerschrank aus. Und ich hoffe, dass die Maus nicht schwanger ist.

Ich finde Mäuse ja ganz niedlich, aber ich mag keine Mäuseknödel im Vorratsschrank und kein Nest in meinem Kleiderschrank. Mal sehen, wie das weiter geht…

Weißes Wochenende

•Samstag, 9. Januar 2010 • 2 Kommentare

Was gibt es schöneres, als ein verschneites Wochenende, an dem man nicht mit dem Schneeschippen dran ist, die Kindelein beim Vater weilen und noch genug Lektüre im Regal auf einen wartet?

Eine Kanne Tee ist fertig und die ganze Wohnung ist leidlich aufgeräumt und seit dem Besuch der Putzfrau am Mittwoch immernoch sauber (wie gesagt, Kindelein beim Vater).

Oh ja, man könnte draußen spazieren gehen, aber bei mir setzen sich gerade die über 90% der Gene durch, die der Mensch mit dem Bären teilt.  Und so brumme ich vergnügt in meiner Höhle vor mich hin.

Müsste allerdings mal die Höhle des Bäckers und die Ladenhöhle mit dem leckeren Krabbensalat aufsuchen. Hach welch Unbillen!!! Brrrmmmm Brrmmmm!

Geklautes Stöckchen – Jahrzehnt

•Mittwoch, 2. Dezember 2009 • 1 Kommentar

Ich steh ja gar nicht auf die Dinger, aber dieses reizt mich.

1999  Schwanger – Mutter

2000 Mutter – schwanger

2oo1 Zweifache Mutter

2002 Schreibende Mutter und Webdesignerin

2003 alleinerziehende Mutter zurück im Beruf

2004 3. Kind Freund

2004 3. Kind wieder abgeschafft

2005 Freund mit 3 eigenen Kindern.

2006 Leben im van der Leyen-Stil

2007 Manchmal ist es des Guten zu viel. 2 Kinder kein Mann

2008 Grippe, Burnout, Antidepressiva, Achatschnecken, Kater zieht ein

2009 Mehr Achatschnecken, mehr Antidepressiva, noch mehr Achatschnecken. (mag jemand welche?)

2010 Familienstand geschieden, weniger Achatschnecken, keine Antidepressiva mehr? Noch ein Katzentier oder doch lieber ein Kerl (einen offiziellen, meine ich)? Definitiv im Lotto gewinnen! Und den nächsten Bestseller schreiben.

Aus gegebenem Anlass

•Sonntag, 22. November 2009 • 6 Kommentare

Hat sich doch tatsächlich jemand gewagt, auf meiner Über mich-Seite zu bemängeln, dass meine Haltung nicht aus einem Guss sei, weil ich einerseits verlange, dass Männer, die sich ihr bestes Stück rasieren, bitte Sonnencreme benutzen mögen, damit mir der Anblick von Sonnenbränden an obskuren Stellen erspart bleibe, andererseits berichte ich über kotzende Katzen, Herpesbläschen und andere unschöne Dinge.

Ja nun, so ist das Leben nun einmal. Jemand der verlangt, Menschen mögen rundherum aus einem Guss sein, verlangt eine Facettenlosigkeit, die zum Einen todlangweilig ist und zum anderen mit dem Leben und seinen  Anforderungen nicht kompatibel ist.

Morgens um 8 wache ich als Mutter auf, helfe, Turnschuhe zu suchen, nähe mal eben schnell ein Loch in einer Lieblingshose zu, bringe zwei Kinder dazu, etwas halbwegs Angemessenes anzuziehen, stolpere über hungrige Katzen, und greife im Vorbeigehen noch Unterlagen für’s Finanzamt, die in den Briefkasten müssen, werfe einen bedauernden Blick auf den verlotterten Garten, beschließe aber, dass es wichtiger ist, mal wieder was zu bügeln, weil wir sonst nur noch im Knitterlook herumlaufen müssen. Das ganz normale häusliche Chaos also

Dann komme ich im Mitarbeiter-Modus in Bluse und Blazer ins Büro, gebe mich organisiert, struktuiert, engagiert. Halte Termine, bin gründlich und effizient. Um zwanzig nach vier verlasse ich unter dem irritierten Blick des Geschäftsführers ein nicht pünktlich beendetes Meeting, fluche auf dem Heimweg über den Stau, und hole unter dem irriterten Blick der Erzieherin meine Kinder um drei nach fünf aus dem Hort.

Dann wird eingekauft (Tochter will Nudeln mit Pilzsoße, Sohn schreit Bäh beim Gedanken an Pilze.) Während ich versuche, den Einkaufszettel abzuarbeiten, werde ich im 3 Sekunden Takt auf unwiderstehliche Angebote aufmerksam gemacht. Am Ende habe ich dann doch das Klopapier vergessen.

Zu Hause ein Blick auf das allgemeine Chaos und die Erinnerung daran, dass seit gestern gewaschenen Wäsche in der Waschmaschine dümpelt. Jetzt muss aber erst mal schleunigst was zu Essen her. Sollte es Hühnerfleisch geben, ist während des Kochens noch auf Katzen mit kriminellen Energien zu achten. Nicht daran zu denken, mal eben die Waschmaschine auszuräumen. Den Kindern fällt ein, dass sie noch Hausaufgaben zu machen haben und ich bekomme seitenlange Informationsbriefe von unausgelasteten Klassenlehrerinnen unter die Nase gehalten, soll mir sofort 3-17 Termine merken Anwesenheit schriftlich ankündigen, Geld in Briefumschläge stopfen. So lange kocht das Nudelwasser über und ein Katzentier pirscht aus nördlicher Richtung an das Hühnerfleisch heran. Ich rette unser Abendessen, falle über strategisch platzierte Turnbeutel und schließe den Froster, der (um himmels Willen seit wann?) versucht, die Küche auf -18 Grad zu bringen. Dann klingelt das Telefon und ich soll mich dafür rechtfertigen, warum ich nicht mal eben 10 Minuten Zeit für eine “Umfrage” habe. Die Kinder sind sauer, weil der Ferni ausbleiben soll und schleichen ähnlich penetrant wie die Katzen um das Huhn um den Schrank mit den Süßigkeiten. Der Essig für den Salat ist alle und kein Kindelein lässt sich erweichen, bei Nachbarns zu klingeln. Mitten in der Diskussion wieder das Telefon. Meine Weigerung, Geld zu sparen, indem ich den Telefontarif wechsle fällt kurz angebunden aus. Die Nachbarin klingelt und behauptet, ich habe am Samstag die Treppe nicht geputzt. Stimmt, aber ich kann ihr ja schlecht sagen, dass mir das völlig egal ist. Also gelobe ich Besserung – und vergesse es gleich wieder und mich mit, weil schon wieder das Telefon klingelt. Nein, ich bin nicht Daniela G.  ich bin vom Katastrophenschutz und suche nach Überlebenden in den Trümmern von Frau Gs Haus. Nein, sie brauchen nicht nächste Woche wieder anzurufen. Auch nicht wenn Frau G die Chance auf einen Millionengewinn nicht nutzt. Wir wissen ja nicht mal, ob es sterbliche Überrreste zu bergen gibt.

Mama, Du spinnst, sagen die Kinder. Ja, sage ich, und das ist auch gut so. 

Zurück in der Küche denke ich, dass ich schwören könnte, dass das mehr Fleisch gewesen ist und wundere mich, dass die Katzen sehr träge herumliegen und sich die Schnautzen lecken. Während ich die angebrannten Nudeln aus dem Topf kratze, will ein Kind, dass ich seine Rechenaufgaben kontrolliere, das andere singt zum zigsten Mal den Refrain von “Puff the magig Dragon” Das Telefon klingelt. Keiner geht dran. Meine Mutter wird sich sehr wundern, wo wir um diese Zeit stecken könnten. Ach nee, ist bloß der Psychiater, der dran erinnert, dass ich noch eine Überweisung schicken muss. Kein Problem, wenn ich sie bloß wiederfinde. Kurz vor dem Schlafengehen reinige ich noch ein ‘Terrarium und sehe danach aus wie ein Erdferkel. Die Wäsche fällt mir erst ein, als ich schon im Bett liege. Ein paar Tage später werde ich sie nochmals waschen, weil sie olfaktorisch unzumutbar geworden ist. Bis dahin läuft oben der Wäschekorb längst über und ich habe bei Aldi neue Pullis für alle gekauft, einfach, weil ich sie nicht bügeln muss. Wir kriegen auch kaum Ausschlag von den Chemikalien, die in den neuen Klamotten hängen.

Am nächsten Tag erscheine ich wieder mit Föhnfrisur und Hosenanzug im Büro, ordne und sortiere, fordere zeitkritische Daten ein, und lächle auch dann noch freundlich wenn der Herr Geschäftsführer jovial lachend in meiner persönlichen humorlosen Zone herumwitzelt. Bemühe mich um gepflegtes Englisch, bringe Excel-Makros zum Laufen und kriege trotz zahlreicher Unterbrechungen irgendwie eine Vorkostenkalkulation in einen halbwegs glaubhaften Zustand. Dass sich die Anforderungen des Kunden danach völlig verändern werden nehme ich gelassen hin (also sagen wir mal, ich zertrümmere keine Möbel) fange von vorne an, erreiche die Hälfte der dazu benötigten Kollegen nicht und hole meine Kinder fast pünktlich aus dem Hort. Eines hat Fieber und muss zum Arzt, das andere erinnert sich plötzlich daran dass es am nächsten Tag eine Mathearbeit schreibt und noch heftigen Lernbedarf hat.

Dazu ich aus einem Guss? Nee, wirklich nicht. Hier braucht es Sollbruchstellen, Dehnfugen und Material mit verschiedensten Eigenschaften. Nachgiebig wie Kupfer, spröde wie gehärteter Stahl, klar wie Glas und dann wieder undurchdringlich wie Pechblende.

Nee Leute, mich aus einem Guss gibt es nicht. Sonst hätte es mich längst zerrissen. Nix für ungut, “Knut”.

Hugh ich habe gesprochen!

Ätsch, daneben!

•Dienstag, 10. November 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Immerhin hat die Schweinegrippe mich knapp verfehlt. Die hat meinen Cousin erwischt. Bisher scheint sie mild zu verlaufen. Er klagt hauptsächlich über Langeweile.  Armes Wutzchen.

In der Schule meiner Kinder hat es den ersten Fall gegeben. Bin gespannt ob die auch irgendwann dicht machen. Dann hab ich ein lustiges Problemchen. Denn meine Firma macht mit Sicherheit nicht zu. Naja, bleiben wir mal optimistisch… Schwein muss man haben ;o)

Was soll das?

•Freitag, 6. November 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Mittlerweile hab ich noch die Kotzerei gehabt und jetzt kuriere ich schon wieder eine heftige Blasenentzündung aus. Ich hab bisher häufige Erkrankungen mit Stress oder anderen psychischen Belastungen in Verbindung gebracht.
Aber momentan geht es mir gut – mal von den körperlichen Gebrechen abgesehen.
Der nächste Schnupfen ist mir auch sicher, denn die Kindelein schneufeln lustig vor sich hin.
Muäh!

Hab ich das wirklich verdient?

•Montag, 19. Oktober 2009 • 4 Kommentare

Nein, hab ich nicht. Soviel schon mal vorweg.

Heute nacht bin ich von brutalen Halsschmerzen wach geworden. Da ich seit 2 Tagen auch noch Herpesbläschen am Mund habe, schwante mir gar nichts Gutes.
Während ich mit Salzwasser gurgelte und auch noch welches in die Nase kippte, übergab sich die Katze aus lauter Mitgefühl in so ziemlich jedes Zimmer unserer Wohnung. Also nach der Rosskur noch putzen und desinfizieren und den Kater misstrauisch beäugen. Eigentlich müsste er leer sein…

Heute morgen immernoch Halsschmerzen, den Kater gefüttert und das Beste gehofft. Tagsüber heíßer Tee und Halsbonbons und viele positive Gedanken an mein Immunsystem geschickt.

Gegen Feierabend gemerkt wie sich die Birne mit Rotz füllt und mir so seltsam heiß wird. Angefangen zu husten.

Zuhause festgestellt, dass der Kater nicht gefressen hat, sich aber immerhin nur einmal über Fensterbank und Couch entleert hat.

Fühle mich wie ein Hochofen, hab aber kein Fieber. Der Husten tut dafür inzwischen im Kopf weh. Der Kater verweigert sogar Katzenmilch mir trieft die Nase und meine Ohren spielen das lustige Ich-hör-was -ich hör-nix-Spiel.  Eigentlich wollte ich toll erholt sein. Statt dessen werde ich mich wohl ziemlich bald im Bett zusammenrollen und mich fragen, ob Kater oder ich zuerst zum Arzt gehen müssen. Schade, dass es da nicht einen Dottore für beide gibt.

Zunächst versuche ich es mit einem ausgesuchten Leckerli für den Kater und Maultaschen für mich.

Siggi and me

•Sonntag, 18. Oktober 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

So, jetzt weiß ich auch, wie das so ist als Maskottchen. Also, gefroren habe ich jedenfalls nicht. Witzig ist, dass jeder einen angrinst. Egal ob Kind, Männlein oder Weiblein, alt oder jung. Alle finden einen nett und nehmen auch die Flyer, die man austeilt. Die gleichen Flyer von einer unkostümierten Frau verteilt interessieren kein Schwein. Später in der Halle vor fast 5000 Zuschauern macht man Blödsinn mit den anderen Maskottchen, lässt sich mit giggelnden Teenagern und Kleinkindern fotografieren und wird mit Löffelbisquits gefüttert (frischen aus der Tupperbox) Leute, die wahrscheinlich selbst schon mal in so einem Kostüm gesteckt haben bieten einem was zu trinken an. Kesse 7-jährige ziehen einen am Schwanz, 14-jährige coole Jungs geben einem im Vorbeigehen die Fünf. Es hat Spaß gemacht, aber es war ziemlich anstrengend. Um so zu schwitzen muss ich sonst in die Sauna gehen. So, und hier jetzt das Suchbild. Wo ist die Danny???

Danny wird berühmt

•Sonntag, 18. Oktober 2009 • Hinterlasse einen Kommentar

Leute, heut werd ich berühmt!!!

Mein Cousin hat gestern sehr geschickt das Gespräch auf die Tatsache gelenkt, dass die Mainhatten Skywheelers (Bundesliga Rollstuhlbasketball) heute bei den Deutsche Bank Skyliners in der Ballsporthalle zu Gast sind. Dummerweise ist die Frau, die in Siggi, dem Maskottchen steckt, ausgefallen. Tja und gutgelaunt und anscheinend allzu erholt, hab ich mich angeboten, einzuspringen. Ich also heute vor tausenden von Basketball-Fans in der Ballsporthalle Frankfurt. Allein die Idee hat mich fast platzen lassen vor Lachen.

Eine Woche Urlaub als kinderloser Single hat mir wirklich gut getan. Essen können, wann und was ich will und vor allem nichts zu essen, wenn mir nicht danach ist, ist schon allein ein gewaltiges Gefühl von Freiheit.

Das Haus verlassen wann immer ich will, keine Hausaufgaben nachsehen zu müssen, lesen, dösen, baden, herumwursteln ohne den ständigen Ruf: “Mama komm mal ganz schnell”. Keine Streitereien und Kloppereien auf der Couch, wenn ich bloß meine Ruhe haben will. Ich muss nur meinen Kram aufräumen und meine Klamotten einsammeln. Ich kann die ewige Mama-Platte abstellen. Die mit den Dauersuperhits: Was machen die Drecksocken auf dem Sofa, Räum Deine Schuhe da weg, alte Unterhosen bitte in die Wäsche, ich kann in Deinem Zimmer nicht mehr gehen, wieso klebt eine halbe Tube Zahnpasta am Waschbecken? Wer hat gegen den Spiegel gespuckt? Was Du da anhast, ist nicht Dein Ernst…

Ich verlasse das Haus ohne Taschentücher (manchmal ein Fehler), Pflaster, Getränke. Ich futtere ungesundes Zeug wann und wieviel ich mag. Vor allem muss ich es mit niemandem teilen.

Ich kann eine Damenunterwäscheabteilung durchstöbern, ohne dass meine Kinder sich Negligees umhängen und in den Gängen Walzer tanzen, oder meine Tochter eine riesige Miederunterhose aus einem Wühltisch hervorzerrt und ihrem Bruder quer durch den Laden zuschreit: Guck mal, XXXL, das ist eine Mann-Mobilia-Unterhose.

Nur heute, wo ich in das Kostüm von Siggi dem Fuchs schlüpfe, da hätte ich die Beiden gerne bei mir.

Nächste Woche gehe ich wieder arbeiten, aber die Kinder sind noch immer weg. Das ist noch immer halb wie Urlaub.

Und wenn sie dann übernächste Woche wieder da sind, freu ich mich, finde Muffelsocken überall und nirgendwo, Esse gesund und den Rest heimlich, schleppe Taschentücher, Pflaster, und sonstiges Zeugs mit mir rum, kaufe meine Wäsche im Schnellverfahren oder gar nicht und bereite Mahlzeiten, denke an Brot und drohe mit den unmöglichsten Dingen, wenn sie nicht aufhören, sich um jeden Pups laut und unter Einsatz von Gewalt zu streiten.

Ostern sind sie wieder beim Papa!