Neulich bei den Chippendales – oder Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs

Irgendwann im Sommer, nach dem Genuss von reichlich Gegrilltem und nicht ganz alkoholfreien Getränken nahm mich eine frischegebackene Single-Frau beiseite und schlug vor, einer gemeinsamen Freundin Karten für die Chippendales zum Geburtstag zu schenken. Ganz ehrlich wäre ich vorher nicht im Traum auf die Idee gekommen, die Jungs sehen zu wollen, Denn wenn ich knusprige Kerle anschauen will, gehe ich in eine Kletterhalle. Da hängt dieses Kaliber durchaus an den Wänden und bietet sich an, mich aufzufangen, wenn ich von denselben unfreiwillig abgehe. Und je nach Konstitution des freundlichen Sportlers kann ich entscheiden , ob ich mich noch weiter die Wand hinauf quäle oder der Schwerkraft ihren Lauf lasse. Hab ich also alles gar nicht nötig, aber der Rotwein und die laue Sommernacht…
Letzte Woche war es dann soweit. Bis Ludwigshafen musste man fahren, denn schon im Sommer waren die Auftritte im November ziemlich ausgebucht.
Wir gurkten also Richtung Mannheim, fanden auch Ludwigshafen und näherten uns dem Pfalzbau, der freundlicherweise ein Parkhaus direkt im Keller hat. Schon aus einiger Entfernung sah man das Publikum strömen. Und es war nicht nur vorwiegend weiblich, es war ausschließlich weiblich. Aber sowas von ausschließlich. Ich weiß nicht, wie viele hundert Personen in den großen Saal im Pfalzbau hineinpassen, aber zunächst einmal sah es aus, als hätte eine fürchterliche Seuche alle Y-Chromosomen-Träger von der Erde getilgt.

Einen Typen sah ich später im Foyer, bei dem man sich nicht so recht sicher sein konnte und nach der Vorstellung war da einer, der sehr verbittert schaute, aber es kann sein, dass der nur jemanden abholen sollte. (aber definitiv keine Lust dazu hatte)

Ansonsten Weibsvolk in so ziemlich jeder Altersklasse. Ab zwanzig bis in die Siebziger alles da. Von legeren Mädels in Jeans bis zu Ausgehrobe und frischem Friseurbesuch war alles vertreten. Und wir mittendrin in jeder Hinsicht.

Und dann die Chippendales. In der Tat haben die Herrschaften Körper, die wenig zu wünschen lassen. Außer man mag es nicht zu muskulös. Sie tanzen hübsch und einige können sogar erschreckend gut singen. Und, sie ziehen sich aus. Soweit so gut.

Viiiiiiel interessanter ist aber das Publikum. Die Jungs, noch vollbekleidet, schwingen nur einmal die Hüfte und Hunderte von Frauen jeden Alters kreischen los. Unfassbar. Ein gut aussehender Mann, der die Hüften kreisen lässt und der Teufel ist los. Würde das in Salsaschulen zum Regelfall, hätten wir dort vermutlich keinen einzigen Tänzer mehr.

Und wenn dann die Hüllen fallen und die Unterhemden zerrissen werden und ins Publikum fliegen, ist der Tumult perfekt. Ganz zu schweigen von den Momenten wo man die nackten Hintern zu sehen bekommt.

Wow! Ich behaupte mal, dass um gutaussehende Stripperinnen nicht so ein Bohei veranstaltet wird, egal wie gut die Show ist. Wieso ist die männliche Physiognomie so kreisch-geil, während Shows mit nacktem Frauenfleisch zwar genossen werden, aber völlig ohne sich zum Affen zu machen. Liegt es daran, dass der männliche Trieb zu durchgeknalltem Verhalten schon regelmäßig in Fußballstadien sein Ventil findet? Wer hat eine Idee?

~ von danielag - Montag, 18. November 2013.

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