Wenn Engel feiern

Heute wird mein Jüngster 10. Keine Angst! Jetzt folgen keine Sentimentalitäten! Ich weine nicht dem Baby nach sondern sehe mit Staunen wie sich der Kerl entwickelt.

Bei seiner Geburt war er schon ein Individualist. Den geplanten Kaiserschnitt (passend zu Papas Dienstreisen) plante er kurzerhand um. Mit einem Blasensprung eine Woche vor dem Plantermin leitete er eine der turbulentesten Nächte meines Lebens ein. Der Abend war als nettes  Pizzaessen im Kreise meiner Freundinnen geplant. 10 Minuten bevor die erste eintraf, wurde ich undicht.

Auf Rat der Hebamme aßen wir noch in aller Ruhe, denn ich hatte keinerlei Wehen und wir konnten den Papa des Bürschleins nicht erreichen. Und mit vollem Bauch würde man nichtt übereilig zum Messer greifen. Eine der Freundinnen hat kurzerhand den Heimflug des Herrn Papa für den nächsten Morgen um 7 gebucht. Der aber feierte irgendwo mit den Kollegen und hatte das Handy ausgeschaltet. Genau das, was werdende Väter auf Dienstreisen unbedingt tun sollten. Besonders ab der 38. Woche. Wir haben den Nachtportier in einem Hotel im Osten ziemlich kirre gemacht.  Morgens um 2 erreichte ich ihn dann. Man erlaubte mir sogar im Kreissaal zu telefonieren.  Morgens um 7 bestieg er dann sein Flugzeug um gerade noch rechtzeitig einzulaufen, als bei mir schon die PDA saß.

Der Kleine kam, der Papa zog zum Duschen von hinnen, das Kind bekam Atemkoordinationsprobleme und verschwand für eine Woche auf der Kinderintensivstation. Die stillwütige Mutter schlappte ihm samt frischem Kaiserschnitt täglich mehrmals hinterher und alles wurde gut.

Einen eigenen Kopf hat der Junior noch immer. Und zwar einen mit schulterlangen blonden Locken und einem Gesicht wie ein Engelchen. Ein Engelchen, das man gelegentlich wüst erpressen muss, um bestimmte Tätigkeiten zu erreichen. So Tätigkeiten wie Brötchen holen und Duschen.

Lehrerinnen sprechen nur von einem kooperierenden, hilfsbereiten, und  ausgesprochen liebenswürdigen Kind. Seine Schwester weiß es besser!

Heute wird er also 10. Ich bin gespannt, wie es mit dem „Engelchen“  weiter geht.

~ von danielag - Montag, 30. Mai 2011.

5 Antworten to “Wenn Engel feiern”

  1. Das Engelchen bekommt ein „B“ davor. Wird es so weitergehen?

  2. Ich fände es wirklich spannend herauszufinden, was aus einer Verpaarung unserer beider engelsgleichen Kinder herauskäme.

    Nur eins ist sicher: es wäre ein Kindmit den obercoolsten Omas ever🙂

  3. Die Enkels hätten schlechte Augen, einen dubiosen Zahnstatus Definittiv Locken (rezessives Gen!!!) Von unserer Seite könnte auch rotes Haar vererbt werden. Ich vermute mal, bei Euch gibt’s das auch. also blonde Engel oder rote Teufelchen schlimmstenfalls mit Afrolook. Hochinteressant! Wollen wir einen Vertrag aufsetzen?

  4. Sie werden recht sicher blaue Augen haben – wir könnten echte Arier züchten! Allerdings kommt von meiner Seite der Hang zum Linkshänderdasein und das Ektoderm könnte ein klein wenig *nunja* individuell sein.

    Aber ansonsten könnten wir in etwa 4 Jahren loslegen.

    • So richtige Arier werden das nicht. Die Vornamen meiner Brut sind durchaus bewusst gewählt, einer Vorfahrin zuliebe, die man versucht hat, im Ahnenpass wegzufälschen, weil komplett unarisch.

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