Frühlingserwachen

Heute vormittag konnte man mich mit drei Flaschen Olivenöl und einem breiten Grinsen aus dem Supermarkt stapfen sehen. Wer meine Hobbies kennt, ahnt, dass es bei uns nicht etwa Frittiertes gab.

Und weil eine meiner Freundinnen übermorgen Geburtstag hat, heißt das Zauberwort OHP.
Jetzt wissen Insider alles und die meisten eben nix.

Ich weiß es selbst nicht so genau, aber es geht so in die Richtung oven heat process. Wir sprechen von einer sogenannt Heißverseifung, deren Resultat man schon einen Tag nach der Herstellung benutzen kann. Kann man bei der Kaltverseifung natürlich auch, aber dann ätzt man sich die Haut weg.

Ich habe schon lange keine Seife mehr gemacht und eine OHP sowieso erst einmal. Gegen drei kam ich zu dem Resultat, dass OHP vielleicht auch „Oh, höllische Pampe“ heißen könnte.
Gegen vier begann ich die Seife zu färben. Da die OHP-Seife sehr dickflüssig ist, gibt es keine Marmorierungen, aber zwei Schichten, blaugrün und apricot, sollten es schon werden. Die Höllenpampe halbiert und ein wönziges Spatelchen (Stuhlprobenröhrchen) Patentblau hinein gekippt.

Öhöm, in der Tat, ich war etwas aus der Übung und hatte irgendwie vergessen, wiiiiiiiie farbstark Patentblau ist. Spontane Änderung der Planung: Die ganze Seife wird intensiv grünblau.
Danach ein betörender Duft zugeträufelt, der sich ums Verrecken nicht mit der Höllenpampe vermischen wollte. Mit Pürierstab und herben Flüchen doch noch untergemengt und ab in die Form.
Beim Abkühlen wurde die Farbe heller und etwas inhomogen, was aber nett aussieht. Wenn das Zeugs morgen nicht in zwei Phasen (die man dann beide wegwerfen kann) vorliegt, kriegt die Seife den Namen „Meremaids Nightmare“.

Fotos folgen.

~ von danielag - Freitag, 11. März 2011.

3 Antworten to “Frühlingserwachen”

  1. Klingt toll. Ich freu mich auf die Fotos.

  2. Oelige-Höllen-Pampe🙂

    Olivenöl verhält sich bei OHP wie Fett, habe ich im Hinterkopf.

    Wenn sich die Phasen trennen, dann kann man das ganze wieder erwärmen und ordentlich mixen – ist mir natürlich noch NIE passiert, ich weiß das nur von anderen *hüstel*

    Ich will jetzt sofort auch Seife sieden!

  3. Das mit dem Olivenöl hatte ich noch in Erinnerung. Demnach hätte meine Seife steinhart werden müssen. Isse abba nich!
    Dank meinem Ingenieurtitel fühlte ich mich bemüßigt mich über den ausdrücklichen Rat aller Seifenexperten hinwegzusetzen und doch die Wassermenge im Ansatz ordentlich zu erhöhen. Weil ich ja die Muddi bin und alles besser weiß.
    Fazit: die Seife hat sich nicht getrennt, sieht gar nicht schlecht aus und hat die Konsistenz von Knete. Ich hoffe, einfaches Liegenlassen hilft.

    Erhitzen hätte ich sie nicht wollen, weil da ein nicht ganz billiges Parfumöl drinnen steckt. Das köchelnderweise in meine Küchenatmosphäre zu schicken, hätte mir leidgetan und wahrscheinlich wäre der Kater ausgewandert.

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