Kinderklinik Part 2

Kindergeburtstag überlebt. Die Bande ist ja schon so groß und vernünftig. Wir waren wegen des unsicheren Wetters kegeln, was sich als weise Entscheidung herausstellte.

Wieso es allerdings Leute gibt, die eine Kegelbahn und Kneipe bewirtschaften, wenn sie Menschen im allgemeinen und Kinder im besonderen nicht leiden können, wird mir immer ein Rätsel bleiben. Hinterher erzählten mir ganz viele Mütter, dass sie von der besonderen Herzlichkeit des betreffenden Wirtes schon gehört hätten.

MÄDELS, WIESO REDET IHR NICHT MIR MIR ÜBER SOWAS, HÄ?

Gut, die Kinderklinik war ja das eigentliche Thema. Nach der Spiegelung hatte David erbärmliche Magenschmerzen. Ich weiß nicht, ob das an den Biopsien lag oder am abgesetzten Omeprazol. Nach einer Dosis Parazetamol i.v. konnte Monsieur sich aber schon wieder in der Bewunderung unserer zweieinhalbjährigen Zimmernachbarin sonnen. Nachdem ich die Schwester abends zweimal um das wieder verordnete  Omeprazol gebeten habe, bekam er es dann auch. Und bot dann der Mutter der Kleinen mit gigantischem Augenaufschlag an, auf die kleine Süße aufzupassen, während sie duschen ginge.

Die zweite Nacht verlief etwas besser. Es konnten nirgends mehr schreiende Kinder einziehen, die Station war voll. Und ich lernte es zu schätzen, dass das Baby nebenan so wunderbar gleichbleibend schrie. Da konnte man sich nämlich prächtig dran gewöhnen und glatt einschlafen. Wach wurde ich erst wieder, als das Baby unvermittelt die Klappe hielt. Ich fand auf meinem MP3 player noch die Schule der Diktatoren von Erich Kästner (keine Ahnung, wie das da drauf gekommen ist, aber die Pest von Camus fand ich nun wirklich unpassend, nachdem das Kind next door Besuch von einem offensichtlich windpockigen Geschwister gehabt hatte) Offensichtlich wirkte die durchwachte Nacht davor schlaffördernd genug, dass ich jetzt nicht weiß, wie die Geschichte ausgeht. Ich erwachte von einem piependen Monitor. Alle 7 Sekunden. 10 Minuten lang. War wahrscheinlich nur eine Medikamenten-Pumpe und kein Herzkammerflimmern. Nach 5 Minuten begann das Baby wieder zu schreien. Nach wie gesagt 10 Minuten schaltete jemand das Gepiepse aus. Ich schlief zufrieden wieder ein.

Gegen 8 löste mich Davids Vater ab und ich fuhr direkt in die Firma. Als ich dort ankündigte, am nächsten Tag nochmal mit David zum Laktose-Toleranz-Test zu müssen, bekam ich den Tip, meine Work-Life-Balance mal wieder neu zu justieren. Regt Euch nicht auf, das habe ich bereits ausführlich getan ;o)

Im Lauf der nächsten Tage wissen wir dann vielleicht, woher Davids Schmerzen kommen, ansonsten werd ich wohl mal einen netten Kinderpsychologen befragen müssen, ob er eine Idee hat, was da in dem Kerlchen frisst. Ein bis drei Vermutungen habe ich da schon zu.

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~ von danielag - Montag, 9. Juni 2008.

Eine Antwort to “Kinderklinik Part 2”

  1. Kästner, den hab ich dir empfohlen! Das MP3 hätte ich bitte gerne, ich kann dir im Gegenzug das Buch leihen.

    Ich balance jetzt auch mal an die Arbeit…

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