Gestern vor 10 Jahren…

Gestern vor 10 Jahren stürzte ich in das bisher tiefste Loch meines Lebens.  Das war der Tag, an dem mir meine Frauenärztin sagte, dass sie keinen Herzschlag mehr in meinem Bauch finden könnte. Nichts hat mich je vorher oder nachher so getroffen. Heute vor 10 Jahren lag ich dann im Krankenhaus und lernte, dass es Dinge gibt, die man nur mit sich selbst ausmacht.

Es war der Tag des Zugunglücks von Eschede. Ich sah die Bilder im Fernsehen der Klinik und sagte: So werde ich wenigstens nie vergessen, an welchem Tag ich das Baby verloren habe.

Heute morgen, als sie im Radio vom 10 Jahrestag des Unglücks sprachen, kam die Erinnerung an den Tag im Krankenhaus nur langsam. Ich knäulte gerade noch mit meinen Kindern im Arm im Bett herum und würde gerne der Schwester, die damals sagte: In 10 Jahren werden sie 1,2,3 Kinder haben und das hier ist alles nur noch eine böse Erinnerung, einen Strauß Blumen schicken.

Den Abend gestern haben Jo und ich damit verbracht, uns über die letzten Punkte unseres Scheidungsantrages zu einigen. Den Tag heute werde ich wieder in einem Krankenhaus verbringen. David bekommt eine Magenspiegelung um abzuklären, was ihm immer diese Bauchschmerzen macht.

Klingt alles nicht prickelnd, aber ganz ehrlich, alles Peanuts gegen die Zeit, die da vor 10 Jahren begann.

Ich hätte gerne heute nichts dümmeres als einen Helibacter gefunden. Den rotten wir dann nach allen Regeln der pharmazeutischen Kunst aus. Und gut ist! Für’s erste. Den Rest gehen wir dann an.

 

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~ von danielag - Dienstag, 3. Juni 2008.

5 Antworten to “Gestern vor 10 Jahren…”

  1. Ach Mensch.

    Ich drück‘ die Daumen und wünsche das Beste. Für alles mal so.

  2. *drück*ganz ohne Worte*

  3. Wir kannten uns damals noch nicht und ich denke, dass wir uns nie so gut kennengelernt hätten, wie wir es taten, wenn wir uns damals schon über den Weg gelaufen wären. Du verstehst, was ich meine?

    Lass von David hören.

  4. Ja nun Tina, ich wusste doch, dass alles irgendwofür gut ist ;o)))))))))

    Kein Heliobacter, dafür Ärzte, die wissen was eine Histaminose ist und die jetzt den Schweregrad labortechnisch überprüfen. Kann sein, dass David es genauso krass wie seine Schwester hat, nur dass es bei ihm statt über die Haut über den Magen geht.

    Dummerweise wissen die Ärzte auch, dass sowas Hand in Hand mit einer Laktoseintoleranz gehen kann und da der Käsekuchenprovokationstest gestern ganz böse ausging, müssen wir morgen früh hin und das auch noch checken lassen. Immerhin ist David jetzt erst mal wieder zu Hause und ich (hurra!) im Büro.

  5. Ach Liebes! Nicht annähernd kann ich gerade in Worte fassen, was mir durch den Kopf ging beim Lesen dieses Textes! Es gibt dafür vermutlich auch keine Worte zu schildern, wie es jemandem geht, der so viel schreckliche Dinge im Leben durchgemacht hat wie Du! Und dennoch: Du machst mir den Eindruck, als hätten diese Schicksalsschläge im Leben Dich gestärkt und Du bist eine ganz wunderbare Person (war so mein Eindruck, den Du bei mir hinterlassen hattest bei der Gartenparty). Fühl Dich lieb gedrückt im Wissen, dass es hier im Süden jemanden gibt, der an Dich denkt!

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