In den Mai getanzt!

Normalerweise bin ich nicht so ein Fan vom „Tanz in den Mai“ . Und so ganz ohne Tanzpartner loszuziehen kann auch recht öde werden. Nicht so dieses Jahr. Mit meiner Freundin Guddi bewaffnet (und ich meine damit wirklich bewaffnet) bin ich gestern Abend losgezogen zum Tanz in den Mai in der Hofheimer Stadthalle. Und gucke da, da waren noch so manche Bekannte ebenfalls auf der „Reste-Verwertungs-Party“, wie ich Ü30 Events gerne nenne.

Ja nun, unten in der Großen Halle (wo laut Guddi alle bleiben müssen, die die Treppe nicht mehr hochkommen) gab es Disko und Pop, oben einmal House – das war wirklich sehr dröge – und nebenan Salsa und Merengue. Nun kann ich nicht wirklich Salsa tanzen, und von Merengue hatte ich noch nicht mal eine vage Vorstellung, aber die Musik gefiel uns und so tanzten wir halt so vor uns hin und beguckten nebenbei die Leute, die es wirklich konnten. Das war einfach genial. Salsa strahlt soviel Lebensfreude aus, dass ich sofort beschloss, einen Kurs zu machen. Die Stimmung ist entspannt. Natürlich geht bei den wilden Figuren (Frauen müssen wirklich immun gegen Drehwurm sein) auch mal was schief. Aber statt verbiesterten Blicken und verkrampftem Gemotze, wie ich das vom Standardtanz kenne, gab es in so einem Fall einfach schallendes Gelächter und einen neuen Versuch.

Naja, und dann kam, was da kommen musste: Gudrun wurde von einem freundlich guckenden Kerlchen zum Tanz aufgefordert. Ich habe noch mitbekommen, wie sie versuchte, die Sache abzubiegen indem sie erklärte, dass ich das viel eher könne(sowas nennt sich Freundin!). Mir wurde vor Schreck ganz schlecht. Aber der Knabe wollte definitv mit ihr tanzenund nicht mit mir, und im Endeffekt sah es dann auch ganz brauchbar aus.  Ich war mir nicht sicher, ob ich neidisch sein wollte, oder froh, mich nicht blamieren zu müssen. Aber dann schlug das Schicksal auch bei mir zu. Ich versuchte mich ebenfalls rauszureden, dass ich das nicht besonders könne (ein Wochenendworkshop vor 1 Jahren ist nicht wirklich eine brauchbare Grundlage). Aber das war dem Burschen herzlich egal. Und weil er nett aussah und gut roch, kam ich eben mit.

Nun ist es so, dass bei der wilden Kurbelei bei der Salsa der Mann extrem dominant führen muss. Das ist ein Vorteil, denn schüchterne HInweise übersehe ich gerne, doch ein kräftiger Impuls aus dem Handgelenk kommt auch bei mir an, und so fand ich das nach einer Weile ganz nett.

Der nächste Tanz war eine Merengue. Und alles was ich darüber wusste, war, dass das nichts zu Essen ist. Ich trug das zu meiner Verteidigung vor, aber das brachte nichts. Ist ganz einfach, ich zeig’s Dir. Gesagt, getan. War wirklich halb so wild. Ich verlor auch bei den Drehungen nicht total die Orientierung. Dann drehte er mich neben sich, und wir wackelten Becken an Becken nach links. Etwas befremdlich, aber nicht wirklich gefährlich. Ich lachte und machte mit. Einmal hinter dem Rücken des Burschen entlang getanzt, (bei der Rumba nennt man das türkisches Handtuch und ich stand auf der anderen Seite und wir wackelten einträchtig Seite an Seite nach rechts. Man drehte mich lustig durch die Gegend und plötzlich stand der Kerl hinter mir, Hände auf meinen Hüften, es ging deutlich auf Tuchfühlung und wir wackelten mit kessem Hüftschwung nach links. Ich stellte mir vor, wie ich aussehe, wenn mir die Mimik entgleist, musste tierisch lachen, machte mit – und stand plötzlich dicht hinter dem Herren. Ich zuckte innerlich mit den Schultern, dockte an und wir wackelten nach rechts. Was solls. Ich hab ne Spirale und der Typ wird eh nicht schwanger ;o) Nach einer Weile brachte man mich zu Gudrun zurück und wir wollten gerade abschwirren, da stand jemand vor Gudrun und begann liebreizend Konversation zu machen. Dann die Aufforderung zum Tanz, das übliche ja aber, das übliche Ignorieren von Gudruns Beteuerungen, und da zog sie hin. Au Mann, der konnte es richtig. Und plötzlich sah das aus als hätte sie nie was anderes gemacht als Salsa tanzen. Ich grummelte leise hinter ihr her, da stand plötzlich der Freund des netten Tänzers vor mir. Muy simpatico aber oh weh, auf meine Beteuerung, ich könne das gar nicht, meinte er nur: Macht nichts, ich auch nicht. Wir probieren, eh?

Dem leichten spanische Akzent konnte ich nicht wirklich wiederstehen. Und so probierten wir, eh! Wir hatten jedenfalls viel zu lachen aber nach einer Weile lief es ganz gut. Ich hatte ihm gesagt, dass ich mit der vielen Dreherei ein Problem habe und nach einer verwickelten Vierfachdrehung quiekte ich desorientiert auf. Da meinte er nur: kein Problem, eh, wir drehen zurück. Sí claro. Noch eine Vierfach-Schraube und der Spaß ging weiter. Später kam auch eine Merengue, ich war vorgewarnt, aber el Chico blieb anständig. Danach war ich so müde, dass ich mich nicht mehr konzentrieren konnte. Wir bekamen noch den Tipp, mal ins Conexión zu gehen. Da gibt es Kurse und jeden Samstag Gelegenheit zu üben. Ich denke, das werde ich tun. Und jetzt brauche ich einen Tanzpartner

So, und heute war dann nix mit müde Knochen schonen. Wir hatten den Kindern eine Radtour versprochen und die haben wir gemacht. Danach noch ein paar Brandopfer dargeboten und die Opfergaben (Lamm, Schwein, Rind, Pute, Strauß) gemeinschaftlich verspeist.

Genaugenommen brauche ich jetzt also nur noch ein Bett. Der Tanzpartner reicht auch nächste Woche noch.

 

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~ von danielag - Donnerstag, 1. Mai 2008.

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