Lieber Spiegel,

Da der Spiegel meinen Leserbrief zu seinem Titel letzte Woche nicht gedruckt hat, muss ich ihn wohl hier veröffentlichen:

Liebe Spiegel Redaktion,

so sehr ich mich über den Grundtenor des Artikels „Wieviel Mutter braucht das Kind“ gefreut habe, so hat es mich doch geärgert, dass die Frage „Wieviel Vater braucht das Kind“ viel zu wenig Beachtung findet.

Wer stellt endlich einmal einen Zusammenhang her zwischen der chronischen Abwesenheit von Männern im Leben unserer Kinder und der wachsenden Kriminalität von männlichen Jugendlichen?

Während Mütter sich rund um die Uhr für ihre 15-20 –Stunden-Jobs rechtfertigen, verdrücken sich die Väter für 50 bis 70 Stunden pro Woche im Büro, um dann am Wochenende erholungsbedürftig gen Squashcourt oder Kneipe zu entschwinden.

Aber natürlich: Frauen mit chronisch schlechtem Gewissen lassen sich im Beruf leichter auf die billigen Plätze verweisen. Ist ja auch irgendwie praktisch.

Warum wird eine alleinerziehende Mutter noch abends im Fitnessraum gefragt, wer gerade auf die Kinder aufpasst, während sich ihr Exmann unbekümmert seiner Freizeit widmet. Warum sind die wenigen Männer, die man samstags mit ihren Kindern sieht, meist getrennt lebende Väter, die ein- bis zweimal im Monat von ihrem Besuchsrecht Gebrauch machen und denken, sie engagieren sich gerade gewaltig?Zum Glück ist in Ihrem Artikel nur ganz zart angedeutet, dass die Beruftstätigkeit beider Eltern auch eine gerechte Aufteilung der Aufgaben im häuslichen Bereich ermöglichen kann. Hängen Sie das um Himmels Willen nicht an die große Glocke. Wenn sich so etwas unter Männern herumspricht, werden sie umso vehementer das Loblied auf das mütterliche Monopol singen, denn sonst könnte frau ja glatt erwarten, dass sie auch mal den Putzlappen schwingen oder Babypopos abwischen.

Von Gleichberechtigung ist unsere Gesellschaft leider noch erschreckend weit entfernt.

Schade!

 

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~ von danielag - Montag, 3. März 2008.

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