Eigentlich und uneigentlich

Heute morgen, erster Arbeitstag nach der Hiddenseereise. Habe, um meinen Nachtschlaf nicht zu gefährden, bisher jeden Gedanken an die Arbeit weit weg geschoben.

Habe mich gerade in Schale geworfen und sogar noch schnell die Stiefel geputzt, und zum dritten Mal die Kinder zum Aufstehen aufgefordert.

Da steht plötzlich ein verwuschelter 6-Jähriger neben mir, hält sich den hochroten Kopf und fängt gleichzeitig an zu weinen und zu würgen. Ich schiebe den kleinen Kerl Richtung Klobecken und spüre dabei durch den Schlafanzug, dass er glüht.

Dann das Übliche, Anruf beim Arzt – Sprechstunde erst am Nachmittag. Fiebermessen – 38,8°C. Abmeldung von der Schule und vom Hort, Mail in die Firma.

Antwort vom Chef: Es gibt leider Dringendes zu tun. Wir brauchen Sie eigentlich hier.

Ja. Uneigentlich ist mein Kind krank. Und in Deutschland und auch anderswo ist es unüblich, kranke Kinder in den Kühlschrank zu stecken und zur Arbeit zu gehen.

Der Gutste kann froh sein, dass der Vater des Kindes nicht ganz so erzkonservativ ist, und mich morgen beim Kinderhüten ablöst. und ich die dringenden Dinge vielleicht noch rechtzeitig hinbekomme.

Nein, die Großeltern sind in dem Fall nicht dran. Solange das Glühwürmchen noch ansteckend ist, ist er kein Umgang für Leute ab 70.

Advertisements

~ von danielag - Dienstag, 29. Januar 2008.

3 Antworten to “Eigentlich und uneigentlich”

  1. So, die hochnotwichtigen Sachen waren mittlerer Pipifax und da das kranke Huhn jetzt schläft, habe ich das fertigmachen können und wenn es dann morgen benickt ist, verschicke ich das, sobald ich einetrudelt bin. Allerdings fühlt sich mein Kopf schon etwas dubios an und Temperatur habe ich auch. Aber verschicken kann das so ziemlich jeder. Der Gedanke, womöglich morgen selbst auf der Nase zu liegen behabt mir nicht wirklich. Kranksein macht nur Spaß, wenn es einem gut geht. Und das kommt eher selten vor. Schade eigentlich!

  2. Dann gute Besserung für das „kranke Huhn“ und die Hühnchenmama … übrigens, solche Chef´s sind eine Frechheit,aber leider keine Seltenheit 😦 – der musste sich bestimmt nie um ein krankes Kind kümmern (sofern er denn eines hat)!
    Lieben Gruß

  3. Er hat eine Tochter, aber da seine Frau selbstverfreilich nicht arbeiten „musste“ (ich frage mich ob sie vielleicht je wollte) war das kein Thema.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: