Wieder mal alles relativ!

Bis vor etwa einer Stunde dachte ich, ich hätte ein Recht auf Selbstmitleid.

Weil alles so anstrengend ist. Weil der Bügelkorb so voll ist. Weil ich so müde bin, dass ich noch nicht mal Lust habe, meine Geburtstagsfeier zu planen.

Vor meinen Augen habe ich das Gesicht einer Bekannten. Keine beste Freundin, sondern einfach nur jemand, mit dem man öfter gefeiert hat. Die beste Freundin einer guten Freundin . Jemand, den ich beneiden könnte. Um ein paar Jahre in den USA, um eine gute finanzielle Lage, um einen Mann, der nach 3 Kindern noch da ist, um das neue Haus.

Nein, ich beneide sie nicht. Auch nicht um die Chance, mit ihren Organen noch ein paar Menschen ein neues Leben zu schenken.

Frauke hatte im Frühjahr eine Grippe, die sie nicht auskuriert hat. Danach hatte sie wohl unbemerkt eine Herzmuskelentzündung. Letzte Woche ist sie mit Herzversagen zusammengebrochen, als nachts eines der Kinder nach ihr rief. Sie wurde wiederbelebt und ist gestern entgültig gegangen. Sie war 36. Die jüngsten beiden Kinder werden sich später nicht einmal mehr an sie erinnern können.

Ich sollte jetzt froh sein, selbst leben zu dürfen. Aber momentan bin ich nur wütend auf einen idiotischen Gott, der so etwas zulässt.

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~ von danielag - Donnerstag, 27. September 2007.

5 Antworten to “Wieder mal alles relativ!”

  1. Ich kannte sie nur aus vielen Erzählungen von dir. Und dennoch ist diese Erzählung von dir über sie wie ein dumpfer Schlag für mich. *krawumm* und alles ist ganz anders.

    (…)

  2. Hi Tina,

    es handelt sich nicht um diese Frauke, sondern um die beste Freundin von Frauke, die zufällig auch Frauke heißt. (sowas gibt’s) Meine Frauke lebt noch.
    Übrigens sind die Herrschaften samstags ins neue Haus umgezogen und montags ist das passiert.
    Wann lässt du dich gegen Grippe impfen? Am Montag ist die Praxos im Ort wieder offen. Sehen wir uns?

  3. Und warum passiert so eine Scheiße? Weil man einfache Dinge nicht ernst nimmt und denkt es sind halt einfache Dinge. Eine Grippe läßt sich gut mit Aspirin bekämpfen, aber weg ist es halt noch immer nicht.
    Wenn andere etwas haben, hat man auch immer gute Ratschläge, Mensch kurier Dich aus, da kann viel passieren. Mit sowas ist nicht zu spaßen…….

    Und halten wir uns selber dran!? Natürlich nicht! Es gibt immer wichtige Dinge, die noch erledigt werden müssen, egal ob daheim oder im Job!

    Bei einer ehemaligen Klassenkameradin war das genau so.

    Leider lernen wir alle nicht daraus. Das zeigt sich bei der nächsten Grippe- oder Erkältungswelle. Dann kommt dann wieder, ist ja nicht so schlimm, wird schon wieder gehen!

  4. Ich lasse mich, wie jedes Jahr, von meinem Arbeitgeber gegen Grippe impfen. Ein kostenloses Angebot, das viel zu wenig wahrgenommen wird.

  5. Llubas Bruder hat es dieses Jahr auch geschafft. Verschleppte Mandelentzündung. Er wäre im August 30 geworden.

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