Aber hallo, Frau Doktor!

Vor drei Wochen bei Davids Hals-Nasen-Ohrenärztin: Das Kind hat seit fast 2 Monaten Flüssigkeit hinter dem Trommelfell und soll zum Entsaften Otovowen nehmen.

Draußen halte ich plötzlich ein Privatrezept in der Hand.  Auf Nachfrage werde ich von der Sprechstundenhilfe ziemlich abgebügelt. Wenn die Frau Doktor das so entschieden hat, hat das schon so seine Bewandnis.

In der Apotheke wundert man sich. Das sei sicher ein Irrtum. Ich solle mir beim nächsten Termin ein Kassenrezept ausstellen lassen, dann erstatte man mir die fast 13 Euro.

Heute erklärt mir die Ärztin, sie hätte ein Budgetproblem und die Krankenkasse ziehe sie bereits in Regress. Sie könne mir einfach kein Kassenrezept ausstellen, aber wenn wieder mal was wäre, bekäme ich bestimmt eines.

Ich habe meine Krankenkasse angerufen und die waren sehr interessiert. Ich möge das bitte schriftlich darlegen und eine Kopie des Rezeptes beilegen. Dann würde man mir ein Kassenrezept verschaffen und die Ärztin abmahnen.

Gut, dass es noch mehr HNOs in der Gegend gibt…

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~ von danielag - Montag, 10. September 2007.

2 Antworten to “Aber hallo, Frau Doktor!”

  1. Es kann schon sein, dass Ihre Ärztin kein Budget mehr für dieses Quartal hat und jedes weitere auf Kassenrezept verschriebene Medikamnt aus eigener Tasche bezahlen muß. Die Krankenkassen sprechen immer den Patienten zu, natürlich, sie möchten ja auch die Mitglieder behalten. Die Ärzte werden aber nicht von den Krankenkassen direkt bezahlt, sondern von den Kassenärztlichen Vereinigungen und diese streichen den Ärzten tatsächlich das Geld, wenn sie mit ihrem Budget für Medikamente, oder andere Hilfsmittel nicht auskommen. Ich arbeite in einer Arztpraxis und kenne dieses leidige Thema nur allzu gut.Weder den Arzthelferinnen, noch den Ärzten bringt es Spaß den Patienten immer wieder aufs Neue Medikamente zu streichen, Rezepte für Ergotherapie, Massagen, Krankengymnastik zu verweigern. Nicht nur die Patienten sind die Opfer von Ullala Schmidts Gesundheitsreform, sondern auch die Ärzte und Mitarbeiter in den Praxen.
    LG Alexandra

  2. Ich halte es aber für keine gute Idee, sang- und klanglos notwendige Medikamente oder Anwendungen privat oder gar nicht zu verschreiben. Das weckt bei den Kassen den Eindruck, das funktioniert so. Dann muss man sich halt auf die Hinterbeine stellen – Ärzte und Patienten gemeinsam.Damit hätte ich kein Problem.
    Meine eigene finanzielle Situation als alleinerziehende Mutter ist nur wegen meiner ziemlich guten Ausbildung und eines fast Vollzeitjobs so unkritisch, dass ich das Medikament dann doch kaufe. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es nicht immer so abläuft.

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